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HR Interim Managerin: Warum der externe Blick wertvoll ist

27. Sept.
5 Min. Lesezeit

Wenn ich als HR Interim Managerin in ein Unternehmen komme, bin ich zunächst die Neue. Ich kenne die Abkürzungen noch nicht, weiss nicht, welche Themen in einer Sitzung besser erst nach dem Kaffee angesprochen werden, und habe keine gemeinsame Geschichte mit dem Team.


Für mich ist diese Distanz ein wichtiger Teil meines Auftrags. Ich muss verstehen, wie das Unternehmen arbeitet, Vertrauen aufbauen und Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig darf ich anders auf die Organisation schauen als interne Mitarbeitende dies tun. Denn mein Wert liegt nicht allein darin, eine Lücke im HR zu schliessen. Ich bringe auch Fragen mit, die sich intern vielleicht schon lange niemand mehr stellt.


Neue Führungskraft delegiert Aufgaben erfolgreich an ein motiviertes Team.
Als HR Interim Managerin darf ich die Exotin im Team sein

Was ein externer Blick im HR sichtbar macht

In jedem Unternehmen entstehen Routinen. Das ist auch richtig si, denn sie geben Sicherheit und machen den Alltag effizient. Gerade in einem KMU mit einem kleinen HR‑Team oder in einem wachsenden Start-up bleibt oft kaum Zeit, jeden Prozess grundsätzlich zu hinterfragen. Wenn die Personaladministration läuft, Stellen besetzt werden müssen und Führungskräfte Antworten brauchen, hat das dringende Daily-Business stets Vorrang. So kann aus einer einst sinnvollen Lösung mit der Zeit eine Gewohnheit werden. Vielleicht dauert eine Freigabe inzwischen zu lange. Vielleicht erhalten neue Mitarbeitende je nach Team sehr unterschiedliche Informationen. Oder eine Führungskraft übernimmt eine HR‑Aufgabe, weil das vor Jahren so entstanden ist, obwohl heute eine andere Zuständigkeit sinnvoller wäre. (Umgekehrt natürlich auch. Ich sehe häufig HR‑Abteilungen, die sich um Aufgaben kümmern, die eigentlich keine HR-Aufgaben sind.)


Wer mitten im System arbeitet, kennt die Gründe für solche Abläufe. Das ist wertvoll. Doch dieses Wissen kann den Blick auf Alternativen verstellen.


Ich komme ohne diese Vorgeschichte in eine Organisation. Deshalb frage ich: Welches Problem sollte dieser Schritt ursprünglich lösen? Erfüllt er seinen Zweck noch? Und was würde passieren, wenn wir ihn vereinfachen?


Anders sein heisst nicht, alles anders machen zu wollen

Ein neutraler Blick ist keine Einladung, vorschnell zu urteilen. Ich muss zunächst zuhören und verstehen, welche Anforderungen, Erfahrungen und Menschen hinter einer Entscheidung stehen. Ein Prozess, der von aussen umständlich wirkt, kann einen sehr guten Grund haben. Eine informelle Absprache kann in einem kleinen Team hervorragend funktionieren.


Deshalb geht es mir nicht darum, mit einer fertigen Musterlösung aufzutreten. Ich beobachte, frage nach und spreche aus, was mir auffällt. Ich bringe Erfahrung aus anderen Organisationen ein und prüfe gemeinsam mit den Verantwortlichen, was davon hier tatsächlich passt.


Die beste Lösung ist diejenige, die im konkreten Unternehmen funktioniert und von den Mitarbeitenden getragen wird, die später damit arbeiten.

Gerade bei sensiblen HR‑Themen braucht es dabei Fingerspitzengefühl. Wer eine eingespielte Praxis hinterfragt, kann leicht den Eindruck vermitteln, bisher sei etwas falsch gemacht worden. Das entspricht nicht meiner Haltung. Denn oft haben Teams unter knappen Ressourcen optimale Lösungen gefunden, dessen bin ich mir bewusst. Meine Aufgabe ist es, diese Leistung anzuerkennen und zugleich offen zu prüfen, ob die Lösung den heutigen Anforderungen noch entspricht.


Als Externe darf ich Fragen stellen, die intern schwierig sind

Als externe HR‑Fachperson bin ich nicht Teil gewachsener Rollen und Erwartungen. Das erleichtert es mir, Beobachtungen anzusprechen, auch wenn sie unbequem sind. Zum Beispiel, wenn Entscheidungen im Recruiting immer wieder liegen bleiben, weil Zuständigkeiten unklar sind. Oder wenn ein neues HR‑System eingeführt werden soll, bevor sich das Team den gewünschten Prozess einig ist.


Eine Frage wie «Weshalb machen wir das so?» kann viel auslösen. Nicht, weil die bisherige Antwort schlecht sein muss, sondern weil sie eine bewusste Entscheidung ermöglicht. Vielleicht bleibt alles, wie es ist. Vielleicht wird ein Schritt gestrichen, eine Verantwortung geklärt oder eine Kommunikation verbessert. Schon diese Klarheit kann das HR‑Team und die Führungskräfte im Alltag spürbar entlasten.


Ich habe dabei niemals die Haltung «Das haben wir schon immer so gemacht». Und ich erwarte auch nicht, dass ein Unternehmen jede meiner Ideen übernimmt. Mein Beitrag besteht darin, Möglichkeiten sichtbar zu machen und sie mit der Realität vor Ort abzugleichen.


Nähe für die Zusammenarbeit, Distanz für die Perspektive

Interim Management funktioniert dann, wenn ich im Alltag mitarbeite. Ich muss erreichbar sein, Aufgaben zuverlässig übernehmen und verstehen, was das Team gerade braucht. Extern zu sein bedeutet keinesfalls, am Rand zu stehen und Kommentare abzugeben.


Gleichzeitig möchte ich mir die nötige Distanz bewahren. Ich kann eine operative HR‑Aufgabe erledigen und danach fragen, ob der Ablauf für alle Beteiligten noch sinnvoll ist. Ich kann Führungskräfte unterstützen und zugleich Muster in der Zusammenarbeit benennen. Diese Verbindung aus Mitarbeit und Aussensicht macht den Einsatz einer HR Interim Managerin so wertvoll.


Für die Organisation kann daraus mehr entstehen als kurzfristige Entlastung. Wenn Zuständigkeiten klarer werden, Abläufe einfacher und schwierige Themen ansprechbar sind, bleibt etwas bestehen, auch wenn mein Mandat endet. Das ist für mich ein tolles Ergebnis: Das Team kann seine Arbeit mit mehr Klarheit und Sicherheit weiterführen.


HR Interim Managerin: Meine externe Sicht ist Teil des Mehrwerts

Als HR Interim Managerin darf ich die Exotin im Team sein. Nicht, weil ich mich abgrenzen möchte, sondern weil eine zusätzliche Perspektive Bewegung schaffen kann. Ich passe mich dort an, wo Zusammenarbeit und Vertrauen es brauchen. Und ich bleibe eigenständig genug, um Fragen zu stellen, querzudenken und Dinge respektvoll anzusprechen.


Wenn Ihr HR‑Team gerade stark gefordert ist oder in Ihrem Unternehmen Veränderungen anstehen, dann lass uns sprechen. Über die Aufgaben, bei denen Sie Unterstützung suchen, und die Fragen, für die ein frischer Blick hilfreich wäre.



Gemeinsam schauen wir, wo ich Ihr Team entlasten und mit einem unabhängigen Blick neue Möglichkeiten eröffnen kann.


Hallo, ich bin Lotte Elderhorst

Business Coach & HR Interim Managerin mit einer Leidenschaft für Talententwicklung.


Alles über mich & meine Arbeit erfahren Sie hier:


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Business Coach Seminarleiterin HR-Consultant
Lotte Elderhorst - Elderhorst GmbH

Kontakt:

Elderhorst GmbH, Gotthardstrasse 55, 8002 Zürich, Schweiz



Häufige Fragen zu HR Interim Management


Was macht eine HR Interim Managerin?

Eine HR Interim Managerin unterstützt ein Unternehmen für einen begrenzten Zeitraum direkt im operativen HR. Je nach Situation übernimmt sie beispielsweise laufende HR-Aufgaben, begleitet Veränderungsprozesse, optimiert bestehende HR-Prozesse oder übernimmt die Verantwortung für konkrete Projekte. Dabei bringt sie neben ihrer Erfahrung auch einen unabhängigen Blick von aussen mit.


Wann ist der Einsatz einer HR Interim Managerin sinnvoll?

HR Interim Management eignet sich besonders bei personellen Engpässen, Vakanzen, Wachstum, Reorganisationen oder zeitlich begrenzten HR-Projekten. Auch wenn HR-Strukturen und Prozesse überprüft oder professionalisiert werden sollen, kann eine externe HR Interim Managerin gezielt unterstützen.


Muss eine HR Interim Managerin ins bestehende Team passen?

Eine gute Zusammenarbeit mit dem Team ist wichtig. Gleichzeitig muss eine HR Interim Managerin nicht vollständig Teil der bestehenden Strukturen werden. Gerade ihre unabhängige Position ermöglicht es ihr, Gewohnheiten zu hinterfragen, neue Perspektiven einzubringen und Themen anzusprechen, die intern möglicherweise nicht mehr wahrgenommen werden.


Was ist der Vorteil einer externen Perspektive im HR?

Wer lange in einer Organisation arbeitet, kennt deren Abläufe sehr gut. Gleichzeitig können sich Routinen entwickeln, die kaum noch hinterfragt werden. Eine externe HR-Fachperson betrachtet Prozesse, Rollen und Zusammenarbeit unvoreingenommen. Sie kann dadurch Verbesserungspotenzial erkennen, gezielt Fragen stellen und neue Lösungsansätze einbringen.


Ist HR Interim Management auch für KMU und Start-ups geeignet?

Ja. Gerade KMU und Start-ups benötigen nicht immer eine zusätzliche permanente HR-Stelle. Eine HR Interim Managerin kann für einen definierten Zeitraum und passend zum tatsächlichen Bedarf eingesetzt werden. So erhält das Unternehmen erfahrene HR-Unterstützung, ohne unmittelbar eine langfristige personelle Verpflichtung einzugehen.


Übernimmt eine HR Interim Managerin auch operative HR-Aufgaben?

Ja. HR Interim Management bedeutet nicht nur Beratung von aussen. Eine HR Interim Managerin arbeitet aktiv im Unternehmen mit und kann operative Verantwortung übernehmen. Der konkrete Einsatz richtet sich nach dem Bedarf des Unternehmens und kann von einzelnen HR-Projekten bis zur vorübergehenden Übernahme einer HR-Funktion reichen.


 
 
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